Erfolge

Ausbringung (In-situ/Ex-situ)

Ein Teil der gewonnenen Samen wird In-Situ auf dafür vorbereitete Flächen ausgebracht und in ständig optimierten Verfahren vor Ort angezogen. Dazu zählen bodenvorbereitende Maßnahmen, gießen, freihalten der Flächen von Hand, Markierung und Zäunung. Die gleiche Vorgehensweise gelangt artspezifisch auch bei der Auswilderung der Ex-Situ Haltungen zur Anwendung.

Auf jährlich ca. 40 Standorten erfolgten die In Situ-Aussaaten bzw. die Auswilderung der Ex-situ gezogenen Pflanzen. Kriterien für die Auswahl geeigneter Flächen sind neben den unterschiedlichen spezifischen Standortanforderungen der Arten, die Flächenverfügbarkeit (Eigentum in der öffentlichen Hand und langfristige Förderverpflichtungen), historische Standortnachweise der jeweiligen Art, Empfehlungen des Pflege- und Entwicklungsplanes und die Habitateignung von Flächen entsprechend ihres Pflegezustands.

Da geeignete neue Flächen zunehmend schwerer zu finden sind erfolgt die Ausbringung zur Stützung vorjähriger Standorte wo die Jungpflanzen erfolgreich aufliefen. Die langfristige biotoplenkende Pflege nach den ersteinrichtenden Projektmaßnahmen und die nachhaltige Sicherung einer pfleglichen Bewirtschaftung der ausgewählten Flächen sind entscheidende Faktoren für die Sicherung des Wiederansiedlungserfolges. Oft erfolgt die Wiederansiedlung auch flankierend zu Maßnahmen der Mähgutübertragung. Insgesamt bietet das Naturschutzgroßprojekt mit der Flächensicherung durch den Erwerb und der Anforderung an eine nachhaltige Sicherung der Projektziele den besten Rahmen für derartige Maßnahmen.

Anhand ausgewählter Arten wurde die Ausbringung der in Ex-Situ gehaltenen Kulturen und der In-Situ Aussaat von Bernd König dokumentiert:

Arnika (Arnica montana)

In-situ – Maßnahmen, Vorbereitung, Aussaat und Dokumentation

Aussaat von Arnika am 8.10.2013 auf dem Flurstück 826/1 der Gemarkung Altenberg
Kerngebiet Geisingberg-Süd)

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Im ersten Schritt wurde die Aussaatfläche mit Motorsense nochmals gemäht.

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Danach kam der Vertikutierer zum Einsatz

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Aussaat von Arnika, kleinflächig werden zuvor Keimnischen geschaffen ...

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

... und sofort angegossen.

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Abschließend wurde die Fläche markiert und vermessen.

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Nach milder Witterung im Herbst 2013 konnten auf der südexponierten Lage am 11.November erste Keimlinge gefunden werden.


Aussaat und Anzucht der Ex Situ-Kulturen

Von den Aussaaten vom 30. und 31. August 2013 waren mit Stand 25. März 2014 insgesamt ca. 3.700 Jungpflanzen aufgelaufen. Bei Einsatz von ca. 11.500 Samen entspricht das einer Keimrate von 32% (2013: 57%).

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Keimlinge und Jungpflanzen am 29.Oktober 2014

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Frostschutzmaßnahmen im Gewächshaus

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Am 21.3.2014 wurden erste Arnica montana pikiert, ...

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

... die Pflanzen verblieben vorübergehend im Gewächshaus.

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

Da auch natürliche Vorkommen meist truppweise anzutreffen sind, ...

Wiederansiedlungsmaßnahme Arnika

... sollte diese hohe Dichte für den weiteren Bestand problemlos sein.


Busch-Nelke (Dianthus seguieri)

(Abschlußbericht 2013, Verf. B. König)

Pflanzungen 2013

Die Busch-Nelke ist eine Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf. Sie hat es derzeit nicht leicht. Viele Wiesen sind immer noch nährstoffreich. Sie sind stark gedüngt um höhere Erträge zu erzielen. Aus diesem Grund wurden magere Steinrücken bzw. deren Randbereiche, Wegraine sowie nährstoffarme Brachen zur Wiederansiedlung ausgewählt. Wenn Wiesen als Standort ausgewählt werden, ist zu beachten, dass die Flächen nicht vor Mitte August gemäht werden. Da es sich um einen Flachwurzler handelt, ist von einer Beweidung abzusehen.

Während bei den Aussaaten eine Bodenverwundung bzw. Oberbodenabtrag erfolgte, wurden die Pflanzorte entsprechend der Größe des einzusetzenden Ballen ausgestochen. Das Substrat in den Pflanzmulden sowie die Wurzelballen wurden aufgelockert und damit die Bildung neuer Wurzeln angeregt. Vor und nach dem Pflanzen wurde durchdringend gewässert. Die Buschnelke tritt auf natürlichen Vorkommen in Gruppen bzw. Horsten auf. Aus diesem Grund wurden die Pflanzen im Ballen eingesetzt.

Tabelle Pflanzungen Busch-Nelke
Wiederansiedlungsmaßnahme Busch-Nelke

Pflanzung am 28.5.2013 einschließlich Vermessung und Dokumentation von ...

Wiederansiedlungsmaßnahme Busch-Nelke

... Dianthus seguieri oberhalb der Grenzschänke im Kerngebiet Schwarzbachgrund


Pflege aller bisherigen Pflanzungen und Aussaaten

Bereits im Winter erfolgten 2013 erste Pflegearbeiten. Die Aussaat- und Pflanzstellen wurden von Laubeintrag befreit.

Wiederansiedlungsmaßnahme Busch-Nelke

Erste Kontrolle und Pflege am 9.1.2013, ...

Wiederansiedlungsmaßnahme Busch-Nelke

... hier im Kerngebiet Geisingberg-Süd.


Über das gesamte Jahr verteilt fanden Kontrollen statt. Die Busch-Nelke ist weniger empfindlich bei Trockenheit als zum Beispiel die Arnika. Erst als es anhaltend trocken blieb wurden die im Frühjahr ausgebrachten Jungpflanzen gegossen. Die älteren Pflanzungen von 2012 zeigten keinerlei Anzeichen von austrocknen.

Auf allen Ansiedlungsflächen wurden im Herbst 2013 Individuen nachgewiesen. Eine Zählung der überwiegend dicht stehenden Vorkommen erfolgte 2013 nicht, das sollte die Aufgabe für 2014 sein. Die Erfassung von Individuen sollte sich auf blühende Sprosse beschränken, ein wichtigerer Nachweis für die zukünftige Bestandsentwicklung ist die Dokumentation anhand der ermittelten Fläche. Von den innerhalb des Projektes ausgebrachten Arten etablierte sich Dianthus seguieri am schnellsten. An einigen Standorten blühten bereits im ersten Jahr vereinzelt Individuen, im zweiten Jahr schon zahlreich mit Samenansatz.

Wiederansiedlungsmaßnahme Busch-Nelke

Die Mahd mit Motorsense um den zweijährigen blühenden Bestand auf dem Flurstück 456 der Gemarkung Altenberg am 12.7.2013

Wiederansiedlungsmaßnahme Busch-Nelke

Samen wurden noch am 2.9.2013 nachgewiesen und in der näheren Umgebung ausgestreut.


Wiederansiedlungsmaßnahme Busch-Nelke

Bei den am 28.5.2013 auf dem Flurstück 275 der Gemarkung Fürstenwalde im Kerngebiet Schwarzbachgrund ausgebrachten einjährigen Busch-Nelken blühten bereits im selben Jahr am 23.7.2013 vereinzelte Individuen.

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)

Der Rundblättrige Sonnentau bedarf vollsonniger Standorte auf nährstoffarmen, nassen, neutralen bis sauren Böden. Dementsprechend gedeiht die Pflanze in Mooren und Feuchtgebieten, wo sie sich in Moorschlenken und Torfmoosteppichen findet oder als Pionierpflanze auf Bodenverwundungen ansiedelt. Diese Erkenntnisse nutzend, begannen wir im Jahr 2011 mit der Aussaat von Drosera rotundifolia im Moor Fürstenwalde. Den weiteren Beschreibungen vorweggenommen, von den zahlreichen positiven Ergebnissen der Wiederansiedlung ausgewählter Arten war der Nachweis von Pflänzchen des Rundblättrigen Sonnentaus im Jahr 2012 an seiner Aussaatstelle für uns der bemerkenswerteste Moment der bisherigen Artenschutzmaßnahmen innerhalb des Naturschutzgroßprojektes.

Rundblättriger Sonnentau

Eine der aufgelaufenen Jungpflanzen auf dem Flurstück 642/1 Gemarkung Fürstenwalde.

Rundblättriger Sonnentau

Am 10.8.2012 wurden auf der 1m ² großen Fläche fünf Pflänzchen gefunden und jedes einzelne markiert.


Auf einer markierten Fläche von ca. einem Quadratmeter wurde am 1.9.2011 die Vegetation mit einem Offenanteil von ca. 50% durch Harken nochmals leicht verwundet. Die Samen von 80 Kapseln wurden innerhalb dieser Fläche gezielt in die offenen Bereiche ausgestreut, angefeuchtet und leicht angeklopft.
Bestärkt durch das positive Ergebnis erweiterten wir diese Fläche im August 2012 angrenzend um einen Quadratmeter für eine zusätzliche Aussaat. Die Diasporen stammen von einem Vorkommen aus unmittelbarer Nähe, nämlich der „Wiese am Schwarzen Kreuz“.

Rundblättriger Sonnentau

Die Aussaatfläche in Fürstenwalde 2011 und 2012 betrug jeweils 1m². Aufgrund der positiven Ergebnisse wurde im Jahr 2013 auf 2m² ausgesät.

Wie bei der Aussaat 2011 konnten wir auch bei der 2012-er Aussaat bereits im Folgejahr Jungpflanzen nachweisen. Wie bereits erwähnt, eben nur auf den einen Standort. Es folgen einige Aufnahmen an unterschiedlichen Terminen.

Rundblättriger Sonnentau

Zweijährige Pflanzen mit Blütenspross am 19.7.2013

Rundblättriger Sonnentau

Einjährige Jungpflanze am 16.8.2013

Rundblättriger Sonnentau

Zweijährige mit Blütenstand am 18.8.2013 ...

Rundblättriger Sonnentau

... und am 29.8.2013


Rundblättriger Sonnentau

Besonders auffällig ist die späte Blühphase. Sie setzte erst Mitte August ein. Wie die Aufnahme links vom 25.9.2013 erahnen lässt, fruchteten die Pflanzen nicht. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die weitere Entwicklung fortsetzt und ob der Bestand von Drosera rotundifolia an diesem Standort langfristig eine stabile Population entwickeln kann.


Tabelle: Aussaat- und Effizienzkontrolle Fürstenwalde

TF-Nr. Fläche in qm Aussaat-termin Effizienzkontrolle
29.08.2014 29.06.2015
1 1 01.09.2012 ≥ 30 blühende Individuen (verblühend); nichtblühende Individuen auf 1m² nicht zählbar zahlreich; auch blühende Individuen - nicht zählbar
2 1 10.08.2012 35 blühende und verblühte Individuen auf 1m² verteilt zahlreich; auch blühende Individuen - nicht zählbar
3 2 29.08.2013 auf 2m² nichtblühende Individuen; zahlreich auch Trupps, nicht zählbar zahlreich; auch blühende Individuen - nicht zählbar
4 2 07.10.2013 vereinzelte nichtblühende Individuen 36 Individuen; wenige blühende
5 2 29.08.2014 - 4 Individuen, davon 1 blühendes Exemplar
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Online: http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/erfolge/wiederansiedlungen-2011-2014/ausbringung-in-situ-ex-situ/ [Datum: 06.08.2020]
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