Natur

Hoch- und Zwischenmoore

Hoch- und Zwischenmoore

Bei dem Leitbiotop Zwischenmoor handelt es sich um ein Übergangsbiotop zwischen Niedermoor und Hochmoor. Reine Hochmoore kommen im Projektgebiet nicht vor. Die tiefer liegenden Bereiche von Zwischenmmoren mit Kontakt zum Grundwasser sind niedermoorartig, die höherliegenden auf Bulten hochmoorartig. Zwischenmoore sind in ganz Mitteleuropa vom Aussterben bedroht und kommen im Projektgebiet nur kleinflächig und vor allem an der tschechischen Grenze vor.

Gefahr für diese hochempfindlichen Moore besteht in jeglicher Veränderung, sei es im Nährstoffeintrag, im Wasserregime, durch Aufforstung oder durch Störung, Tritt, Beweidung usw. Vorsichtige Mahd mit Sense oder kleineren Mähern ist die einzig sinnvolle Pflege. Durch Wiedervernässung entwässerter Zwischenmoore wird stellenweise versucht, sie zu regenerieren.

Kurzbeschreibung Hoch- und Zwischenmoore

Biotoptyp Hoch- und Zwischenmoore
Pflanzengesellschaft Zwischenmoor
LRT nach FFH-RL 7140 / 7150
Gefährdungsgrad RL Sachsen 1 / BRD 1, vom Aussterben bedroht
Charakteristik Übergangsbiotop zwischen Niedermoor und Hochmoor. Die tiefer liegenden Bereiche haben Kontakt zum Grundwasser und Niedermoorvegetation. Die höherliegenden (oft auf Bulten) haben nur noch wenig Grundwasserkontakt und sind aufgrund der damit einhergehenden Nährstoffarmut oft von Hochmoorpflanzen bewachsen. Typisch sind im Projektgebiet niedrigwüchsige und locker strukturierte, artenreiche Vorkommen in Hangquellbereichen. Echte Zwischenmoore sind selten (in Quellgebieten von Kaltem Brunnen, Erdbach, Weiße Müglitz und Mittelwiesenbach). Hohe Empfindlichkeit gegenüber Störungen und Nährstoffeintrag. Hochwertiger Lebensraum für floristische und faunistische Besonderheiten.
Leit- und Zielarten Flora Fauna
  Floh-Segge (Carex pulicaris), Igel-Segge (Carex echinata ), Gelb-Segge (Carex flava), Wiesen-Segge (Carex nigra), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Scheidiges Wollgras (Eriophorum vaginatum), Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), Fettkraut (Pinguicila vulgaris), Bach-Quellkraut (Montia fontana), Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Kriech-Weide (Salix repens), verschiedene Torfmoose Braunkehlchen, (Saxicola rubetra), Bekassine (Gallinago gallinago), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Raubwürger, (Lanius excubitor), Großer Perlmutterfalter (Argynnis aglaia), Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris), Hochmoor-Laufkäfer (Carabus menetriesi pacholei), div. an Seggen und Wollgräsern lebende Zikadenarten
Bewirtschaftung einschürige Mahd nach 15. August
Bewirtschaftungsvarianten Zyklische Mahd alle zwei Jahre und mit Flächenrotation, Frühmahd von Störungszeigern (Calamagrostis) möglich
Günstig Extensive Pflege. Keine landwirtschaftliche Nutzung, auch nicht auf direkt angrenzenden Flächen. Mahd mit Hand– bzw. Motorsense und Messerbalkenmähwerk
Ungünstig Änderungen in der Wasser- und Nährstoffversorgung
Logo Chance Natur Logo BMU Logo BfN Wappen Sachsen Wappen Sächsische Schweiz Wappen Altenberg Logo Förderverein

Online: http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/natur/biotope/moore/ [Datum: 24.04.2024]
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