Natur

Kreuzblümchen-Borstgrasrasen

Kreuzblümchen-Borstgrasrasen

Leitbiotop auf nährstoffarmen Standorten des Projektgebietes sind die Borstgrasrasen, seltene Zeugen historischer extensiver Mähnutzung. Durch den sehr geringen Nährstoffgehalt war nur ein Schnitt im Jahr ergiebig. Meist wurde im Herbst durch Ziegen nachbeweidet.

Von den verschiedenen Ausprägungen kommt im Osterzgebirge vor allem die Variante mit Gemeinem Kreuzblümchen (Polygala vulgaris) als Kennart vor. Die naturschutzfachlich sehr hochwertige Gesellschaft ist äußerst empfindlich gegen Intensivierung und kaum regenerierbar. Wichtige Leitarten sind Arnika (Arnica montana) und Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica).

Kurzbeschreibung Kreuzblümchen-Borstgrasrasen

Biotoptyp Borstgrasrasen
Pflanzengesellschaft Kreuzblümchen-Borstgrasrasen (Polygalo vulgaris-Nardetum)
LRT nach FFH-RL 6230 / prioritärer Lebensraum
Gefährdungsgrad RL Sachsen 1 / BRD 1, vom Aussterben bedroht
Charakteristik Extensiv genutzte, nährstoffarme, schwach- und niedrigwüchsige gras- und krautreiche Magerrasen frischer bis feuchter, saurer bis schwach basischer Standorte der Mittelgebirge. Hohe Empfindlichkeit, bei geringstem Nährstoffeintrag stark gefährdet. Letztes Zeugnis extensiver Landnutzung vergangener Jahrhunderte. Hochwertiger Lebensraumtyp mit arttypischer Ausstattung. Kaum regenerierbar.
Leit- und Zielarten Flora Fauna
  Borstgras (Nardus stricta), Gemeines Kreuzblümchen (Polygala vulgaris), Arnika (Arnica montana), Busch-Nelke (Dianthus seguieri), Öhrchen-Habichtskraut (Hieracium lactucella), Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius), Wald Läusekraut (Pedicularis sylvatica), Echter Ehrenpreis (Veronica officinalis) Kreuzotter (Vipera berus), Warzenbeißer (Decticus verrucivorus), Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera), Großer Perlmutterfalter (Argynnis aglaia), Violetter Feuerfalter (Lycaena alciphron)
Bewirtschaftung einschürige Mahd zur Heuwerbung ab 1. August mit Nachbeweidung, bevorzugt durch Schafe oder Ziegen < 0,7 GV/ha
Bewirtschaftungsvarianten Mahd alle 2-3 Jahre auf weniger wüchsigen Standorten
Günstig auf feuchten Standorten witterungsbedingte Verschiebungen sinnvoll und historisch üblich
Ungünstig Dauerbeweidung (Artenverarmung in Folge übermäßiger Förderung der Borstgrasausbildung), Mulchen (Nährstoffeintrag), jede Form von Nutzungsintensivierung (Düngereintrag)
Logo Chance Natur Logo BMU Logo BfN Wappen Sachsen Wappen Sächsische Schweiz Wappen Altenberg Logo Förderverein

Online: http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/natur/biotope/kreuzbluemchen-borstgrasrasen/ [Datum: 29.11.2020]
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